Es ist ein schmutziges Spiel, das Hoffenheim am Ende den sportlichen Erfolg kosten könnte!
Das Beben um das Aus von Hoffenheim-Geschäftsführer Tim Jost (40) scheint nur der Anfang einer überraschend geplanten Machtübernahme bei den Kraichgauern zu sein. Wie BILD erfuhr, wackelt zur großen Überraschung vieler TSG-Mitarbeiter nun auch der so erfolgreiche Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker (39).
Nur einen Tag nach dem Bundesliga-Topspiel bei Bayern München (Sonntag, 17.30 Uhr) soll am Montag bei der Gesellschafter-Versammlung der Hoffenheimer über die Abberufung von Schicker als Geschäftsführer gesprochen werden. Hintergrund soll sein, dass der aus der Ultra-Szene stammenden Interims-Präsident Christoph Henssler das Machtgebilde ändern und Getreue des Ex-Geschäftsführers Markus Schütz als neue Geschäftsführer installieren will. Welche Rolle Schütz dabei spielen soll, ist aktuell noch unklar.
Nach BILD-Infos als neue Geschäftsführer im Gespräch: Der in Hoffenheim weiter tätige Justiziar Arno Metz, der aus der Kanzlei von Schütz stammt, sowie die People-&-Culture-Mitarbeiterin Asmahan Gamgami. Beide sollen anstelle von Jost und Schicker in die Geschäftsführung gehen. Schicker soll dann darunter als Sportchef arbeiten. Dass der Österreicher, der zuletzt schon ein gutes Angebot vom VfL Wolfsburg ablehnte, dann trotzdem in Hoffenheim bleibt, ist nach BILD-Infos ausgeschlossen.
Doch was wird Schicker überhaupt vorgeworfen? Es soll sich um einen möglichen Formfehler bei der Vergabe einer Hinweisgeberstelle handeln. Die war bislang intern mit Metz und Gamgami besetzt, sollte nun auf Schicker-Wunsch aus Gründen möglicher Interessenskonflikte neutral extern vergeben werden. Klingt nach einem konstruierten Vorwurf, um Schicker aus der Geschäftsführung zu drängen. Besonders heftig: Schicker steht eng an der Seite von Erfolgs-Trainer Christian Ilzer, der mit der TSG vor dem Hit in München auf einem starken dritten Tabellenplatz steht und mit einem Sieg sogar den Meisterkampf noch einmal spannend machen könnte.
Fast verrückt, wie die Hoffenheimer ihren Erfolg aufs Spiel setzen. Der Machtkampf bei der TSG Hoffenheim läuft hinter den Kulissen schon über ein Jahr. Das Ende der Geschäftsführer Schütz und Frank Briel folgte im Zuge des Rechtsstreits mit Spieler-Berater Roger Wittmann und dessen Stadionverbot. Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp (85) schlug sich auf die Seite von Wittmann, nun ist bis auf Schicker keiner der früheren Geschäftsführer mehr im Amt. Und jetzt soll offenbar auch der raus aus der Geschäftsführung.
Schicker wollte die Vorgänge am Mittwoch auf BILD-Anfrage nicht kommentieren.