Als Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp (85) am vergangenen Mittwoch die hochrangigen Volkswagen-Manager Sebastian Rudolph (48) und Hans-Dieter Pötsch (74) in seinem Golfclub in St. Leon-Rot empfing, wähnten sich die Wolfsburger fast am Ziel. Schicker hatte sich für einen Wechsel in die Autostadt ausgesprochen. Die anfängliche Ablöseforderung der Hoffenheimer von vier Millionen Euro wurde auf etwas mehr als zwei Mio. Euro runterverhandelt. Doch auch bei der Abreise aus dem Kraichgau wussten die VW-Leute: Die Verhandlungen mit Hopp haben formell keinen Wert. Denn über die Freigabe leitender Angestellter wie Schicker entscheidet der Hoffenheimer Stammverein, der dank 50+1 die Mehrheit an der Profi-Gesellschaft hält. (...)
Die Ansage von Henssler, der aus der Hoffenheimer Ultra-Szene stammt, war unmissverständlich: Schicker soll bleiben. Ein Affront gegenüber Hopp, der sich allerdings im Laufe des mehrstündigen Gesprächs ebenso überzeugen ließ wie Schicker. Mit der Aussicht auf mehr Macht in sportlichen Fragen und der Zusage, nicht mehr in die politischen Scharmützel gezogen zu werden, ruderte der Architekt des Hoffenheimer Aufschwungs (fünf Spiele ohne Niederlage) zurück und sagte Wolfsburg ab.
Sehr schöner Beitrag der BILD, die den Missstand bei unserer TSG in wenigen Sätzen auf den Punkt bringt.
1.
Warum führt DH diese Gespräche anstelle der Vereinsverantwortlichen überhaupt? Diese waren de facto in St. Leon-Rot NICHT anwesend bzw. durften anwesend sein.
2.
Warum verhandelt DH über die Höhe einer anfallenden Ablöse? Mit welcher Kompetenz tut er dies? ... Wenn doch von vorneherein klar ist, dass dies den Aufgabenbereich von Henssler und co betrifft - das ist arrogant und übergriffig!
3.
Warum fand das mehrstündige Überzeugungsgespräch mit Schicker erst nach einer schon vorab getroffenen, wenn auch unverbindlichen Übereinkunft mit dem VFL Wolfsburg statt? Warum hat, wenn er sich schon einmischt, nicht DH im Vorfeld mit Schicker ein mehrstündiges Gespräch geführt, um ihn zu halten? Warum musste DH in diesem Gespräch überhaupt von Henssler überzeugt werden?
Jetzt meine Einschätzung:
DH wollte den Wechsel von Schicker. Durch die Übereinkunft mit den Wolfsburger Heuschrecken wollte er die TSG Geschäftsführung zusätzlich unter Druck setzen. Alleine dass er um die Hälfte von den ursprünglichen Forderungen -die er vielleicht selbst aufgestellt hat- innerhalb kürzester Zeit runtergegangen ist, zeigt wie wichtig ihm dieses Signal war.
Dass das Handeln von Henssler, der Rückrad bewiesen hat, für ihn angeblich ein Affront war, zeigt, dass DH keinlerlei Verständnis für die 50+1 Regel aufbringt. Ich persönlich glaube nicht, dass er sich von Henssler in dieser Situation überzeugen ließ, weil er in so vielen anderen Situationen bewusst und ohne Rücksicht auf Verluste seinen Kopf druchgesetzt hat (z.B. Entlassung der beiden Geschäftsführern) und im Anschluss offiziell verlauten ließ, dass das alles im Interesse des Vereins geschehe und es sich um eine Konsenslösung (quasi aus der Mitte des Vereins) handele.
Ich vermute, dass er es auch in diesem Fall wie ein Konsenslösung hat aussehen lassen wollen. Nach dem Motto: im gemeinsamen Einverständnis und aus der Mitte des Vereins müssen wir leider mitteilen ...
Ich bin der festen Überzeugung, dass er nicht mit dem Veto von Hennssler gerechnet hat und sicher stinksauer war, dass es nicht nach seinem Kopf ging. An eine gesunde Haltung gegenüber Schicker und Verein glaube ich nicht. Hätte er wirklich die Haltung gehabt, wie wichtig Schicker für die sportliche Entwicklung (DNA) der TSG ist, hätte er - selbst wenn auch dies seine Kompetenz überschreitet- den Wolfsburger Managern von vorneherein abgesagt, sicherlich keine informellen Gespräche in St. Leon geführt und schon gar nicht mit diesen Personen eine infromelle Ablöse herausgehandelt.
Dass parallel zu diesen Gespräche in St. Leon der eigentlcihe Strippenzieher schon einen eigenen Kandidaten platziert hat, vervollständigt das Bild, warum wir mittlerweile in der BL der eigentliche Narrenverein sind.