Angepinnt 50+1 - Regel, Quo vadis?

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    • Zur Diskussion um 50+1 möchte ich folgendes beitragen:


      Die 36 Bundesliga-Vereine wollten eigentlich in eine ergebnisoffene Diskussion über diese Regelung gehen. Dies erschließt sich mir alleine schon deshalb, dass alle Manager der Bundesligavereine beitragen müssten wie sie ihren Verein bzw. die jeweilige Liga konkurrenzfähig machen können. Nach dieser „Diskussion“ muss ich mich jedoch fragen ob die meisten Manager nur das Jetzt und Hier interessiert und nicht die Zukunft.


      Der Vertreter der Bayern hat ja nach der Abstimmung massiv gegen das Vorgehen gewettert. Meiner Meinung nach zu Recht. Warum? Ganz einfach: Es war eine ergebnisoffene Diskussion angesagt, die dann plötzlich, ohne Vorwarnung in einen Antrag des Vertreters des FC St. Pauli mündete. Ob das die feine englische Art war möchte ich mal außen vorlassen. Denn zwei Vereine nahmen gar nicht an der Sitzung oder Abstimmung teil, 9 Vereine enthielten sich bei dieser Abstimmung und drei Vereine gaben gar keine Stimme ab. Das Ergebnis nach sorgfältiger Abwägung kann ja sein, dass alles bleiben soll, wie es ist. Aber über so eine Grundsatzfrage nach einer vierstündigen Diskussion einfach so und ohne Vorankündigung abzustimmen? Und das wo solch eine Abstimmung noch nicht mal angekündigt wurde? Das ist für mich ein sehr sehr fragwürdiges Verhalten. Rettig schlägt bestimmt jetzt noch Purzelbäume vor Freude weil das so leicht das war.


      Von den sogenannten Traditionsvereinen wird 50+1 immer als großen Sieg gegen die Kommerzialisierung gefeiert. Mir stellen sich jedoch folgende Fragen:

      Haben wir überhaupt zuviel Kommerz im Fußball? In jedem Stadion wird man z. B. vor, während und auch nach dem Spiel mit Musik aus der Retorte zugedröhnt. Helene Fischer, man muss sich ja nicht unbedingt mögen, wurde bei ihrem Auftritt beim Pokalfinale von den Fans ausgebuht und in vielen Foren niedergemacht. Zu Hause oder auf Partys laufen der Lieder rauf und runter. Da wird es jedoch nicht als Kommerz angesehen.

      Spielen folgende Faktoren auch in den Kommerz hinein?

      • Verein der an der Börse notiert ist, 95 Prozent der Aktien verkauft hat,
      • Stadien wie das Westfalenstadion das man nun Signal Iduna Park nennt
      • Wegen eines Sponsoren-Deals kommen Prominente zum Training wie z.B. gerade wegen eines Puma-Deals Usain Bolt zum Probetraining war
      • Werbung mit sexistischem Anklang im Stadion verboten wird aber gleichzeitig bei jedem Heimtor in den VIP-Logen den „Stangentanz“ durch leicht berkleidete Damen toleriert. Schließlich ist das ja ein legaler Beruf ist, der ja auch beworben werden darf
      • von dem reichsten Verein der Bundesliga gerne Geld und/oder Freundschaftsspiele annimmt um finanziell überleben zu können.
      • Stuttgart-Fans demonstrierten beim Spiel in Mainz Ende Januar gegen Investoren. Ist das nicht der Verein, der gerade dabei ist seine Profiabteilung auszugliedern und Mercedes Benz gegen großzügige Zahlungen als Investor mit ins Boot zu nehmen?
      • Die Pälzer Krischer aus Kaiserslautern toben gegen Vereine wie Leverkusen, Wolfsburg oder Hoffenheim. Sie hatten aber in der Vergangenheit mehrfach die Zuwendungen des Landes Rheinland-Pfalz (Nehmerland im Länderfinanzausgleich) gerne angenommen. Derzeit wird ebenfalls geprüft einen oder gar mehrere Investoren ins Boot zu holen um finanziell überleben zu können
      • 5 aller Liga-Partien finden an einem statt. Der Aufschrei bei den Fans ist natürlich groß. „Wehret den Anfängen“ heißt es schnell. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen.Alle Vereine beschließen das erst einstimmig gemeinsam, um es dann zu kritisieren. Warum erfolgt die Kritik der Fans eigentlich an der DFL und nicht am eigenen Verein?




      Was mich jedoch äußerst wundert ist, dass sich keiner der so um die Fußball-Kultur Besorgten über die QUALITÄT der Bundesligaspiele redet. Anscheinend ist das zu unbequem?
      Der derzeitige Zuschauerzuspruch kommt ja doch nicht wegen, sondern eben trotz des Bundesliga-Niveaus zustande. Die internationale Konkurrenzfähigkeit ist meiner bescheidenen Meinung nach der wahre Gradmesser für die derzeitige Qualität in Fußball Deutschland. Wann hat denn zuletzt ein deutscher Verein die Europa League gewonnen? ich glaube seit 1997 nicht mehr. Vereinen aus England, Italien, Spanien oder Türkei ist dies jedoch teils mehrfach gelungen, dem FC Sevilla sogar gleich fünfmal!
      Mich macht es auch sehr nachdenklich, dass der deutsche Fußball trotz der angeblich so tollen Trainerausbildung derzeit nur einen deutschen Trainer bei einem internationalen Top-Klub im Amt weis.

      Die Deutschen sollten nicht in die eigene Tasche lügen: Die Bundesliga ist derzeit wirtschftlich stark, weil die gesellschaftliche Bedeutung des Fußballs als letztes großes Erlebnis (ich vermeide mal bewusst den Ausdruck Event) enorm gestiegen ist. Die Bundesliga profitiert immer noch von den für die WM 2006 renovierten Stadien. Das ist aber nicht das Ergebnis visionärer Vereinsarbeit.

      Warum sind denn die Spiele der Bayern immer ausverkauft und die Einschaltquoten am höchsten? Weil auch hier in Deutschland die Menschen Stars sehen wollen! Und wo spielen denn die Stars? Genau Dort, wo es die meiste Kohle gibt. Spieler wir Keita, Aubameyang , Kroos, Dembélé, Sané, Özil spielen jedenfalls nicht mehr in der Bundesliga. Die Frage warum das wohl so ist kann sich sicher jeder selbst beantworten

      Alle beklagen sich, dass die Bayern so dominant sind. Warum denn wohl? Die machen einfach den besten Job. Und das über Jahrzehnte. Da können die Neider auch kommen und sagen die würden die Liga leer kaufen. Warum ist denn das so? Das Warum sollte hinterfragt werden und dann entsprechend gegen gehandelt werden. Deutschland bräuchte meiner Meinung nach derzeit eh nur noch die Bayern für den europäischen Wettbewerb zu melden. Die Reaktion selbst aus Dortmund lautet lapidar: Da haben wir eh keine Chance. Dies trotz der Echten Liebe oder der vielen Zuschauer? Oder haben sich alle bereits damit abgefunden? Wenn dem so wäre dann hätte der Fußball in Deutschland aber ein massives und ernsthaftes Problem. Eines, das weit über 50+1 hinausgeht. Umso mehr danke ich den Verantwortlichen der TSG dass sie (derzeit) so vorausschauend im Hinblick auf die finanzielle Entwicklung des Vereins und insbesondere mit konsequenter Jugendförderung arbeiten.
    • Hat auf die Ausgrenzung Ismaiks und die Sonderregelung für Vereine wie Leverkusen, Wolfsburg
      und Leipzig hingewiesen.
      Wobei Leipzig keine Sonderregelung hat und sowohl Leverkusen, als auch Wolfsburg Werkclubs sind,
      die bei Einführung der 50 + 1 Regel schon zu 100% einem Konzern gehört hatten.
      Aber man kann's sich ja drehen wie man's grad braucht.

      Auf der DFL-Seite klingt es ein wenig anders .... "Einleitung einer Grundsatzdebatte bei Beibehaltung
      von 50 plus 1". Die Rahmenbedingungen könnten sich schon noch ändern ... irgendwann ...

      Denke das Bundeskartellamt war eh die falsche Adresse...Brüssel wäre richtig gewesen.

      Denke das war erst der Anfang, aller Anfang ist schwer...
      LINZ->BASEL>ANTWERPEN>KAPVERDEN>DURBAN>MAURITIUS>KOBE
    • Sehr gute Aussage von Martin Kind zur Situation der 50+1-Regel

      DFL wie ein Kleingärtnerverein
      sportbuzzer.de/artikel/dfl-wie…-teilt-rummenigge-kritik/

      Die DFL ist zu einem Saftladen geworden, erhält doch auch in der aktuellen Runde in Europa die Quittung,
      wird die kommenden Jahre sicher nicht besser. Betonköpfe.Punkt
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kernbeisser ()

    • "Bayerisches" Demokratieverständnis?!

      Warum war Herr Rummenigge denn nicht in der Lage, die Mehrheit mit Argumenten vom Standpunkt des FC Bayern, der ja Teil der DFL ist, zu überzeugen?

      Und sich dann noch die Böße zu geben, sich als schlechter Verlierer zu gebärden ( sinngemäß: Wenn es nicht nach meinem Willen geht, verabschiede ich mich ein Stück weit von der Veranstaltung ), zeugt nicht gerade von einem ausgeprägten Demokratieverständnis.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von angelina ()

    • angelina schrieb:

      "Bayerisches" Demokratieverständnis?!

      Warum war Herr Rummenigge denn nicht in der Lage, die Mehrheit mit Argumenten vom Standpunkt des FC Bayern, der ja Teil der DFL ist, zu überzeugen?

      Und sich dann noch die Böße zu geben, sich als schlechter Verlierer zu gebärden ( sinngemäß: Wenn es nicht nach meinem Willen geht, verabschiede ich mich ein Stück weit von der Veranstaltung ), zeugt nicht gerade von einem ausgeprägten Demokratieverständnis.
      Habe mit meinen o.a. Beiträgen bgl. des Uhrenschmugglers etwas gekitzelt.
      Stimme Dir im wesentlichen zu.

      Du weißt es doch genau wie ich, wie er und sein Spezl schon immer unterwegs
      waren und sind..Mia san mia....alleine dieser Slogan, der jetzt auch auf rd. 25.000 neue
      rote Sitze in der AA gebrandet sein wird, sagt doch alles aus. Arroganz in purpurrot.

      Die Granden sitzen auf dem Olymp und ihr Wort ist Gesetz, andere haben sich verdammt
      nochmal nach Ihnen zu richten, nicht umgekehrt.

      Hat der Kalle nicht mal vor ca. 2 Jahren mit einer Superliga in Europa gedroht?

      Bye, bye Bayern...und wenn’s soweit ist, gebe ich ne Lokalrunde aus.
      LINZ->BASEL>ANTWERPEN>KAPVERDEN>DURBAN>MAURITIUS>KOBE
    • Ich persönlich glaube, dass die europäische Superliga nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.
      Ähnliche Entwicklung wie vor 55 Jahren, als die BL gegründet wurde.
      Die Top-Vereine in eine eigene Liga.
      Nur dürften unterschiedliche Beweggründe vorliegen.
      Ging es seinerzeit eher um die sportliche Seite, dürfte heutzutage der monetäre Aspekt der Treiber sein.

      Die Faninteressen der Stadiongänger spielen eine untergeordnete Rolle, insbesondere, wenn die gutbezahlten TV-Abos "brummen".
      Zumal man über die lukrativeren TV-Abos auch eine größere Zuschaueranzahl erreicht, als über die subventionierten Stadiontickets, wobei hierbei auch immer noch die Bereitschaft der Anhänger immanent ist, Geld und insbesondere viel mehr Freizeit zu investieren, als vielleicht 2 Stunden vor dem TV zu verbringen.

      Und das oftmals angeführte Argument der Stimmung im Stadion leidet, reduziert sich mit der Gewohnheit.
      Dann gibt es eben nicht mehr stimmungsvolle Kurven, sondern Disney-Figuren, Stadionspielchen und Stars wie David Guetta, Helen Fischer u.ä.
      Und um den asiatischen oder amerikanischen Markt zu erschließen, ist es denkbar, ein Finale in Asien oder auf dem amerikanischen Kontinent stattfinden zu lassen.

      Der Fussball verändert sich dramatisch.

      Vor 20 Jahren war es noch eine Vision, vieles davon ist heute bereits Realität:

    • angelina schrieb:

      Ich persönlich glaube, dass die europäische Superliga nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.
      Ähnliche Entwicklung wie vor 55 Jahren, als die BL gegründet wurde.
      Die Top-Vereine in eine eigene Liga.
      Nur dürften unterschiedliche Beweggründe vorliegen.
      Ging es seinerzeit eher um die sportliche Seite, dürfte heutzutage der monetäre Aspekt der Treiber sein.

      Die Faninteressen der Stadiongänger spielen eine untergeordnete Rolle, insbesondere, wenn die gutbezahlten TV-Abos "brummen".
      Zumal man über die lukrativeren TV-Abos auch eine größere Zuschaueranzahl erreicht, als über die subventionierten Stadiontickets, wobei hierbei auch immer noch die Bereitschaft der Anhänger immanent ist, Geld und insbesondere viel mehr Freizeit zu investieren, als vielleicht 2 Stunden vor dem TV zu verbringen.

      Und das oftmals angeführte Argument der Stimmung im Stadion leidet, reduziert sich mit der Gewohnheit.
      Dann gibt es eben nicht mehr stimmungsvolle Kurven, sondern Disney-Figuren, Stadionspielchen und Stars wie David Guetta, Helen Fischer u.ä.
      Und um den asiatischen oder amerikanischen Markt zu erschließen, ist es denkbar, ein Finale in Asien oder auf dem amerikanischen Kontinent stattfinden zu lassen.

      Der Fussball verändert sich dramatisch.

      Vor 20 Jahren war es noch eine Vision, vieles davon ist heute bereits Realität:


      Sehr gut, gefällt mir was Du da schreibst.

      Es wird sich dramatisch verändern, verändern müssen.

      Was ist gegen eine Europäische Eliteliga zu sagen? Nix,

      Die können in einer Art geschlossenen Gesellschaft Ruhm um Geld schöpfen soviel sie wollen,
      gönne ich ihnen ja, jedoch ohne mich.

      Bereits heute besuche ich meine Clubs in der vierten Liga, Gruppenliga oder C-Klasse viel lieber,
      als mich in ein vom Kommerz durchtränktes Erstligastadion zu setzen.

      Zudem sollte, wenn die Superliga kommt, die Bundesliga aufgelöst und vier Deutsche Oberligen
      geschaffen werden. Dann haben wir auch wieder viel mehr Spiele mit Lokalkolorit, ist spannender
      und entspannter sowieso. Auch da werden ne Masse Besucher zu den Spielen kommen.

      Es wird Zeit UEFA, macht hinne....
      LINZ->BASEL>ANTWERPEN>KAPVERDEN>DURBAN>MAURITIUS>KOBE
    • Klar, dass die Frösche der Hertha gegen ihren Clubvorstand quaken

      Fans von Hertha BSC haben sich zu Beginn des Bundesliga-Duells mit dem VfL Wolfsburg deutlich
      gegen die Position des Vereins in der 50+1-Debatte und Manager Paul Keuter gewendet.

      handelsblatt.com/fussball-hert…m-501-regel/21132286.html
      LINZ->BASEL>ANTWERPEN>KAPVERDEN>DURBAN>MAURITIUS>KOBE
    • Katsche schrieb:

      ... Verein bzw. die jeweilige Liga konkurrenzfähig ...
      Die Bundesliga ist etattechnisch absolut konkurrenzfähig. Wenn man die Ligen vergleicht gibt es nur eine Liga, die deutlich höhere Summen bewegt.

      Eine andere Frage ist der Erfolg der Liga im internationalen Vergleich? Und da haben wir in den letzten Jahren schon etwas abgebaut. Zum einen liegt es, dass die Masse der eingesetzten Spieler kaum internationale Klasse hat. Und wenn sich da internationale Klasse zeigt, wird es von englischen Clubs oder den Bayern gekauft.

      Meiner Meinung nach, würde eine Erhöhung der Geldsummen (durch einen Einstieg von Investoren) keine nachhaltige Verbesserung der Erfolge in internationalen Vergleichen bringen. Denn die anderen Ligen würden da eben einfach gleichziehen. Wir wissen das doch am besten. Hopps Investitionen in Spieler sind doch größtenteils verflogen. Dieser Teil seiner Investitionen ist doch weg. Genau das würde auch in anderen Vereinen passieren. Die großen Summen würden einfach in wenige Taschen verschwinden, mehr würde da nicht passieren. Kein Investor plant doch, ein Stadion mitzufinanzieren. So etwas kann man doch kaum weiter verkaufen. Dafür gibt es doch kaum einen Markt. Das weiß man doch aus den vielen Investitionen in Stadien in ganz Deutschland. Wie viele Stadien modern denn da vor sich hin? Tausende!

      Investoren legen Geld in Spieler an!

      Spieler werden so, noch mehr wie heute schon, zum Spekulationsobjekt! Und dagegen bin ich heute (also ohne 50+1) schon! Mir ist es einfach zuwider mit Menschen zu spekulieren!

      In meinen Augen will die Liga so noch mehr Geld verdienen können. Die Geldsummen sollen erhöht werden, damit Manager X & Spieler Y und Trainer Z noch mehr Geld verdienen können. Genau darum geht es den allermeisten!