TSG Hoffenheim Jugendarbeit

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    • achtzehn99.de/spielintelligenz-statt-vielfliegerei/


      Ja, natürlich sind Torhüter ein bisschen verrückt.
      Michael Rechner will mit dem Klischee, das fast so alt ist wie das Spiel
      selbst, gar nicht aufräumen. Der 31-Jährige muss es wissen, schließlich
      war er selbst mal einer, war fünf Jahre Profi und stand unter anderem
      zwei Spielzeiten beim Hamburger SV unter Vertrag und hütete in der
      Zweiten Liga beim SV Waldhof Mannheim das Tor. Heute ist der gebürtige
      Mosbacher, der auch drei Länderspiele für die U18-Nationalmannschaft
      bestritt, als Koordinator Torhüter für die achtzehn99 AKADEMIE tätig und
      in dieser Funktion in enger Abstimmung mit Zsolt Petry und César Thier
      für die Ausbildung der Torwarttalente von der U12 bis U19
      verantwortlich. Dass das mehr beinhaltet als einen Keeper von der linken
      in die rechte Torecke zu jagen, beweist seine tägliche Arbeit.

      Als die Mutter eines jungen Spielers die
      Akademie betritt und nach den neuen Handschuhen für ihren Sohn fragt,
      muss sie nicht lange warten. Michael Rechner hat die Arbeitskleidung
      schon gerichtet. „Auch das gehört zu meinem Job“, sagt der Ex-Profi. Und
      den macht er unheimlich gerne. 2008 kam er als Student nach Hoffenheim
      mit dem Auftrag, den Bereich der Torhüterausbildung im Nachwuchsbereich
      zu professionalisieren und das Torwarttraining konzeptionell anzugehen.
      „Ich habe den Sprung nach ganz oben nicht geschafft, also habe ich 2004
      in Heidelberg mein Sportwissenschaftsstudium begonnen“, sagt Rechner. In
      seiner Abschlussarbeit beschäftigte er sich mit dem „Anforderungsprofil
      eines Torhüters anhand einer Weltstandanalyse der EM 2008“. Seit Sommer
      2009 ist er nun hauptamtlich Koordinator in der achtzehn99 AKADEMIE.
      Das Training der A- und B-Junioren (U16 bis U19) übernimmt er dabei
      selbst, für die U15 bis U12 sind die Honorarkräfte Georg Reiser und
      Dominik Weber zuständig. Wenn er nicht auf dem Platz steht, arbeitet
      Rechner an der Konzeption und Koordination in punkto Ausbildung,
      Scouting und Organisation. „Das alles geschieht in engster Abstimmung
      mit unserem Profi-Torwarttrainer Zsolt Petry, wir sprechen alles
      gemeinsam ab und haben täglich Kontakt. Wertvolle Unterstützung erfahre
      ich auch durch César Thier, der für die U23 zuständig ist, sowie durch
      unseren Torwart-Scout Karsten Lange.“



      Bei der Verpflichtung des jungen Belgiers Koen Casteels vom KRC Genk
      zogen alle an einem Strang. Der 19-Jährige fiel vor zwei Jahren bei
      einem Junioren-Länderspiel auf und stand seither unter Beobachtung. „Wir
      haben ihn mehrfach gesehen, im Spiel wie im Training, uns Informationen
      über ihn eingeholt und waren absolut von ihm überzeugt.“ Im selben
      Atemzug betont Rechner aber das ehrgeizige Ziel, das er mit seinen
      Kollegen verfolgt: „Casteels soll die letzte Torhüterverpflichtung
      gewesen sein. In Zukunft wollen wir unsere Leute nach oben bringen.“
      Daniel Lück ist zum Beispiel so einer. 2010 mit den A-Junioren
      DFB-Pokalsieger, hütet der 20-Jährige mittlerweile das U23-Gehäuse und
      hinterließ auch im Trainingslager der Profis einen starken Eindruck. „Er
      hat eine gute Entwicklung genommen und befindet sich auf einem sehr
      guten Weg. Viele andere Gute kommen nach.“ Besonders erfreulich: Im
      jungen B-Jugend-Jahrgang 1996 wurden gleich beide Hoffenheimer Keeper
      zum DFB-Lehrgang der U16-Nationalmannschaft berufen. Konkurrenz belebt
      eben das Geschäft. Aber Rechner stellt klar: „Wir wollen hier kein Kahn/
      Lehmann-Verhältnis, so etwas schwächt die Mannschaft. Stattdessen
      fordern wir ein kollegiales Miteinander, die Jungs sollen sich
      gegenseitig pushen und unterstützen.“ Aus diesem Grund ist auch jeden
      Montag im Förderzentrum Zuzenhausen ein gemeinsames Training mit allen
      Keepern von der U19 bis zum Kinderperspektivteam angesetzt, an dem auch
      alle Torwart-Trainer beteiligt sind. „Das ist eine Riesenmotivation für
      die Jungs. So lernen sie sich über die Alterskategorien hinweg kennen
      und feuern sich an Wochenenden gegenseitig per SMS an.“ Torhüter sind
      eben eine eigene Spezies. Ein bisschen verrückt. „Positiv verrückt“,
      stellt Rechner klar. Für keine andere Position gibt es so viele
      Bezeichnungen, angefangen von der „Nummer 1“, über den Torwart,
      Torhüter, Torwächter oder Torspieler bis hin zum Schlussmann oder den
      Anglizismen Keeper und Goalie. „In Hoffenheim ist uns die exakte
      Bezeichnung egal“, sagt Rechner. „Auf die Inhalte kommt es an.“



      „Die beste Parade ist der gegnerische Pass nach außen.“



      Bei verschiedenen Hospitationen hat der Ex-Profi seine Philosophie
      geschärft. Unter anderem war er bei Bayer Leverkusen, um Rüdiger
      Vollborn bei der Arbeit mit René Adler über die Schultern zu schauen.
      Oder beim VfB Stuttgart, als „Ebbo“ Trautner noch Jens Lehmann
      trainierte. Schauen, wie andere arbeiten. Aus diesen Hospitationen,
      gepaart mit der Erfahrung des mehrfachen ungarischen Nationalkeepers
      Zsolt Petry, seiner eigenen, und einer akribisch angefertigten
      Weltstandsanalyse, in der das Torhüterspiel bei den jüngsten großen
      Turnieren genauestens unter die Lupe genommen wurde, setzt Michael
      Rechner seine Konzeption um. Zuletzt war er beim FC Bayern München zu
      Gast, um von Torwarttrainerlegende Frans Hoek zu lernen. Aus der Schule
      des Niederländers gingen unter anderem Víctor Valdés (FC Barcelona),
      „Pepe“ Reina (Liverpool FC) und nicht zuletzt Edwin van der Sar hervor.
      Der Ex-Keeper von Ajax Amsterdam, Juventus Turin und Manchester United
      verkörperte mit seiner Spielweise genau den Typus, den Rechner und sein
      Trainerteam ausbilden wollen.



      „Es gibt natürlich mehrere Komponenten, die einen guten Torwart
      ausmachen. Die, auf die wir den größten Wert legen, ist die Mentalität.
      Der eiserne Wille, mehr als andere trainieren und sich durchsetzen zu
      wollen.“ Van der Sar sei nicht mit dem allergrößten Talent gesegnet,
      aber der Prototyp des modernen, weil mitspielenden Torhüters gewesen. Er
      habe sich mehr durch Antizipation als durch Vielfliegerei
      ausgezeichnet. Denn wer fliegen muss, hat vorher etwas falsch gemacht.
      „Der gegnerische Pass nach außen war Van der Sars beste Parade“, zitiert
      Rechner Frans Hoek. „Er hat es verstanden, oftmals so gut vor dem
      eigenen Tor zu stehen, dass sich der Gegner keinen Steilpass erlauben
      konnte, daher den Weg durch die Mitte scheute und den Pass nach außen
      spielte.“ Eine brenzlige Situation zu verhindern ist immer noch besser
      als die spektakulärste Parade. Und genau das versucht Rechner mit seinem
      Team auch den Hoffenheimer Nachwuchs-Torhütern zu vermitteln. „Wir
      wollen spielintelligente Torhüter, die das Spiel lesen können und
      daraufhin die richtige Entscheidung treffen.“ Sein Trainingskonzept
      umfasst daher nicht nur die Bereiche Technik und Taktik, sondern auch
      torwartspezifische Athletik und Psyche, um unter anderem das periphere
      Sehen und die Konzentration zu fördern und die Persönlichkeit zu formen.
      „Ich habe schon viele Torhüter gesehen, die ein überragendes Talent
      hatten und Juniorennationalspieler waren, aber den großen Sprung nicht
      geschafft haben, weil die Einstellung nicht stimmte.“



      Es braucht immer etwas Zeit, bis ein Konzept erste Früchte trägt.
      Bald, so Rechner, soll es auch bei 1899 Hoffenheim soweit sein. Dann
      soll mindestens ein „Verrückter“ aus dem eigenen Nachwuchs im
      Profi-Kader stehen. Woher kommt eigentlich dieses Vorurteil? „Uns
      Torhütern macht es eben am meisten Spaß, genau das zu verhindern, was
      die Leute am Fußball so lieben. Den Torerfolg.“
    • rnz.de//1899Hoffenheim/00_2012…elquot_im_Kraichgau_.html

      Die Geschichte klingt haarsträubend. Es ist von "Kinderhandel" die Rede. Und einem Verein ohne Skrupel: 1899 Hoffenheim. Wieder mal steht der Fußball-Bundesligist am Pranger. Es geht um Nico Franke, einen 13-jährigen Schüler, der vor kurzem von Tennis Borussia Berlin in den Kraichgau wechselte. Jetzt rauscht es gewaltig im Blätterwald. Das Geschrei ist groß.

      Markus Babbel, ehemaliger Hertha-Trainer, giftet: "Es geht nicht, dass Kinder aus ihrem Umfeld gerissen werden und weit weg ziehen. Hoffenheim ist in dieser Hinsicht besonders aggressiv."

      Die Geschichte, wie sie in Hoffenheim erzählt wird - und zwar glaubwürdig - hört sich anders an. Einen Jugendfördervertrag, wie es in den Zeitungen steht, habe Nico nicht unterschreiben, versichert Alexander Rosen. "Das ist eine glatte Lüge. Denn das ist erst erst ab 15 möglich", so der Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums. Eine Lüge sei auch, dass behauptet wird, der Bub würde 250 Euro im Monat verdienen. "Bei diesem Transfer ist kein Euro geflossen", schwört Rosen, "Nico erhält von uns nicht mal ein Taschengeld. Wir kommen nur für Unterkunft und Verpflegung auf und für regelmäßige Zugfahrten nach Hause."

      Der generelle Vorwurf: Es mache keinen Sinn, einen 13-jährigen zu verpflichten, weil in diesem Alter niemand voraussagen könne, ob es zum Profi reicht. "Stimmt", pflichtet Rosen bei, "deshalb richten wir unseren Fokus auch auf 15- oder 16-Jährige." Normalerweise.

      Nico ist ein Sonderfall. Er hat vier Geschwister. Seine Mutter ist alleinerziehend. "Sie hat uns gebeten, dass wir ihren Sohn schon früher als geplant aufnehmen", erklärt Rosen und stellt fest, es sei üblich, dass in den Internaten der Profi-Vereine auch schon 13-Jährige ausgebildet werden.

      Im Kraichgau soll der Berliner Junge das bekommen, was in der Großstadt schwieriger ist: Ein ruhiges, Umfeld ohne negative Einflüsse. Er wird in einer Gastfamilie leben, soll in der Theodor-Heuss-Schule in Sinsheim seinen Hauptschul-Abschluss machen. "Dabei bekommt er von uns jede Hilfe. Selbst wenn er sich fußballerisch nicht so weiterentwickelt, wie wir hoffen, sind wir uns der sozialen Verantwortung bewusst und werden ihn nicht fallen lassen", versichert Rosen. Nico gilt als große Stürmer-Hoffnung, erzielte 19 Tore in neun Spielen.

      In einem Anruf gestern Abend bestätigte Nicos Mutter Kerstin der RNZ: "Mein Sohn Nico war jeweils eine Woche bei den Bayern, in Wolfsburg und Hoffenheim, dann drei Tage beim HSV. In Hoffenheim hatte er das beste Gefühl, da hat man sich am meisten um ihn gekümmert. Hier kann er sich ganz auf den Fußball und die Schule konzentrieren."

      Im Kraichgau fühlt man sich als Opfer einer Kampagne, die einsetzte, als man letztes Jahr Erdal Öztürk und Jasin Ghandour, zwei 15-Jährige von Hertha BSC Berlin, verpflichtete. "Wir stehen nun mal im Wettbewerb", verteidigt sich Ernst Tanner, "umgekehrt haben auch wir Spieler an Konkurrenten verloren." Der Manager hält ein Abwerbeverbot, wie es DFL-Vize Holger Hieronymus vorschlägt, für unrealistisch. "Das ist leicht zu umgehen. Es gab ja einen Ehrenkodex, aber daran hat sich keiner gehalten", sagt er und kommt zu dem Schluss: "Der Neid spielt eine große Rolle. Weil wir die besten Bedingungen haben."
    • Ach übrigens:

      Ein Transfertrend in der Fußball-Bundesliga ohne Felix Magath? Gibt es nicht. Kaum hat die TSG Hoffenheim mit der Verpflichtung eines 13-Jährigen Schlagzeilen gemacht, legen die Wolfsburger in Sachen Talenteklau nach. Alexander Laukart wechselt im Sommer vom FC St. Pauli in die U-15-Mannschaft des VfL. Der Junge ist dann 14 Jahre alt. Und ausnahmsweise war der Wolfsburgs Trainermanager wohl nicht die treibende Kraft, zumindes nicht nach offizieller Version. "In diesem Fall sind die Eltern aktiv auf uns zugekommen", sagte Fabian Wohlgemuth, der das Nachwuchszentrum leitet.


      Weiters: n-tv.de/sport/fussball/Auch-Wo…erfeed&utm_medium=twitter
    • Sky Sport News haben gerade ein Kurz-Feature zum Thema im Programm -- und berichten recht ausgewogen aus
      verschiedenen Ecken (ET, Alexander Rosen, Umfeld von Nico, Kritiker) und bringen dann auch noch die Beispiele
      Messi (mit 13 zu Barca), Christiano Ronaldo, Kubo (mit 10 Jahren zum FC Barcelona), Rhain Davis (mit 9 Jahren zu ManU) ...
    • Was bin ich froh, wenn die Bundesliga wieder losgeht, dann kriegen die ganzen Käseblätter wieder etwas zum schreiben und müssen einem den Fußballalltag nicht mehr als ein kinoreifes Drama darstellen :Bier:

      Und "so ganz nebenbei" gibt es dann wieder Fußball am Wochenende :pro:

      Ach und :fresse: liebe Medien is schließlich nich alles Mist was ihr dazu machen wollt :Kiff:
    • Ein guter Kommentar zum Thema ...

      SPON: Scheinheilige Debatte über kleine Kicker

      Doch Fakt ist: Seit Jahren wird im Fußball um die besten Talente gekämpft. Die Geschichte Lionel Messis, der als 13-Jähriger von den Scouts des FC Barcelona in Argentinien entdeckt und verpflichtet worden war, kennt jeder. Die Teams in England oder Italien arbeiten ähnlich. Auch auf Trainingsplätzen deutscher Jugendmannschaften gehören Talentespäher längst dazu.

      Forderungen nach einem "Abwerbeverbot für junge Talente" (Hieronymus) sind kaum durchsetzbar, und die Frage ist auch, ob das sinnvoll wäre. Wer entscheidet, wann jung zu jung ist? Welche Entfernungen sind für einen 13-Jährigen zumutbar, welche nicht? Will man den Kampf um die Talente von morgen regulieren, ginge das nur über einen freiwilligen Pakt der Vereine. Den gab es vor Jahren sogar. Nur gehalten hat er nicht.

      Längst ist es üblich, dass Clubs Spieler ausbilden, noch bevor diese mit 15 Jahren überhaupt Geld bekommen und mit 16 Jahren Förderverträge unterschreiben dürfen. "Die Entscheidung ist von allen getroffen worden, dass man Leistungszentren einrichtet und auf die Jugendarbeit setzt. Das ist die Konsequenz", sagte Magath nach dem Laukart-Deal. Und weiter: "Ich weiß nicht, was diese Heuchelei wieder soll, dass sich irgendwer jetzt wieder aufregt. Man muss die Spieler rechtzeitig holen, wenn man sie ausbilden will."

      Der Deal zwischen Wolfsburg und Laukart soll übrigens auch auf Initiative der Eltern zustande gekommen sein. Was daran verwerflich sein soll, erschließt sich nicht.


      Und das war bei der TSG genauso. Sohn und Mutter waren begeistert von der Infrastruktur und dem Konzept der Hoffenheimer Jugendarbeit.
    • 1899Heinz schrieb:

      Er war ja auch bei Bayern München , HSV und noch einem bekannten 1. Liga Verin zu Probetrainig. Was hätte die Presse wohl geschrieben, wenn er zu Bayern Müchen gegangen wäre????
      N I C H T S!
      In 53 Jahren Bundesliga gelang es nur vier Mannschaften, sechsmal die Vorrunde ohne Niederlage zu überstehen:
      3x FC Bayern München Saison 1988/89; 2013/14 und 2014/15
      1x Hamburger SV 1982/83
      1x Bayer 04 Leverkusen 2009/10 (am Ende Platz 4)
      1x TSG 1899 Hoffenheim 2016/17 (am Ende Platz 4; München und Hamburg wurden immer Deutschen Meister)


    • TSG Nordlicht schrieb:

      Ja, das wäre Basisarbeit. Besser, als jeden Tag auf dem Trainingsgelände herumzulungern.

      Zudem könnte man die Jungs auch bestens infiltrieren... das müßte Hoppala doch liegen! :Locke:


      Wann hast du mich zum letzten Mal dort gesehen ? Und wenn ich vorbeischaue, dann nur kurz, komme später und gehe dafür früher.

      Aber dazu fehlt mir die Zeit. Ich meine zur Nachhilfe.
      "Die Würde des Menschen ist unantastbar !"